Online-Präventionskurs Integration in bestehende Infrastruktur: Sandbox vs. Vollintegration
Die Digitalisierung eröffnet neue Wege für Gesundheitsangebote. Online-Präventionskurse, zum Beispiel nach § 20 SGB V zertifiziert, werden immer beliebter. Wie integrierst du ein solches Spezialangebot am besten in deine App, Website oder andere digitale Infrastruktur? Dieser Artikel beleuchtet zwei Hauptintegrationsstrategien: die "Sandbox-Integration" und die "Vollintegration".
In diesem Artikel beschreiben wir, warum wir selbst eine Software zur Sandbox-Integration entwickelt haben.
Integrationsstrategie 1: Die Sandbox-Integration (Trennung der Systeme)
Bei der Sandbox-Integration, auch lose Kopplung oder externe Integration, wird der Online-Präventionskurs als eigenständige Einheit betrachtet und betrieben. Deine bestehende Infrastruktur (App, Website) leitet Nutzer lediglich zum Präventionskurs weiter. Dies geschieht über einen Link, einen iFrame oder ein separates Subdomain-Angebot. Der Kurs läuft in seiner eigenen, vom Anbieter bereitgestellten Umgebung; einer Art "Sandbox".
Vorteile der Trennung (Sandbox-Integration)
Die Trennung des Präventionskurses von deiner Infrastruktur bietet entscheidende Vorteile.
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Reduzierter Entwicklungs- und Wartungsaufwand:
- Du musst dich nicht um die Entwicklung und Pflege der Kursplattform kümmern. Der Softwareanbieter übernimmt dies vollständig.
- Updates und neue Funktionen des Präventionskurses kommen vom Anbieter. Du musst keine Anpassungen an deiner Infrastruktur vornehmen.
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Einhaltung regulatorischer Anforderungen und Zertifizierung:
- Präventionskurse unterliegen strengen Vorschriften und müssen durch die ZPP zertifiziert werden. Eine separate Plattform spezielle für Präventionskurse ist darauf ausgelegt.
- Würdest du den Kurs tief in dein System integrieren, müsste deine gesamte Softwareentwicklung die Zertifizierung im Blick haben.
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Fokus auf das Kerngeschäft:
- Du kannst dich auf die Weiterentwicklung deiner Hauptprodukte und -dienstleistungen konzentrieren. Der Betrieb eines konformen Präventionskurses erfordert spezifisches Wissen und Ressourcen. Dies kannst du auslagern.
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Schnellere Markteinführung:
- Der Software zur Bereitstellung des Kurses existiert bereits. Die Implementierung funktioniert daher besonders schnell. Du musst lediglich eine Verknüpfung zum deinem Angebot herstellen.
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Sicherheit:
- Die Daten der Nutzer die im Rahmen des Präventionskurses erfasst werden, werden getrennt von deiner Infrastruktur verarbeitet. Dies reduziert potenzielle Sicherheitsrisiken und Compliance-Herausforderungen für deine Infrastruktur.
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Kosteneffizienz:
- Durch die Auslagerung von Entwicklung, Wartung, Hosting und Zertifizierung sparst du die Entwicklungsaufwände.
Nachteile der Sandbox-Integration
- Das Nutzererlebnis ist weniger nahtlos. Nutzer wechseln möglicherweise zu einer anderen Oberfläche oder Domain.
- Die Branding-Möglichkeiten sind eingeschränkt. Das Erscheinungsbild des Kurses wird durch die Präventionskurssoftware bestimmt.
- Datenhoheit ist begrenzt. Du hast weniger direkte Kontrolle über Nutzerdaten aus dem Kurs. Oft gibt es jedoch Schnittstellen für aggregierte Berichte.
Integrationsstrategie 2: Die Vollintegration
Bei der Vollintegration werden die Inhalte und Funktionalitäten des Online-Präventionskurses direkt und tiefgreifend in deine App oder Website eingebettet. Du integrierst Kursmodule, Videos, interaktive Elemente und Fortschrittsverfolgung direkt in deine Benutzeroberfläche. Deine eigene Backend-Infrastruktur verwaltet diese Funktionen.
Vorteile der Vollintegration
- Das Nutzererlebnis ist nahtlos. Der Übergang zwischen deiner App/Website und dem Präventionskurs ist fließend.
- Du hast die volle Branding-Kontrolle. Du kannst das die UI/UX des Kurses vollständig anpassen.
- Die Datenintegration ist tief. Du hast die volle Kontrolle über die Erfassung und Nutzung von User-Daten.
Nachteile der Vollintegration
- Der Entwicklungsaufwand ist extrem hoch. Du musst die gesamte Kurslogik, Didaktik und die technischen Anforderungen selbst entwickeln.
- Die Wartungskosten sind hoch. Du bist verantwortlich für alle Updates, Bugfixes und die Anpassung an neue regulatorische Anforderungen.
- Die Komplexität der Zertifizierung ist hoch. Deine gesamte Plattform müsste wahrscheinlich die strengen Zertifizierungsanforderungen für Präventionskurse erfüllen. Dies ist ein sehr aufwendiger Prozess.
- Dies lenkt vom Kerngeschäft ab. Ressourcen, die für die Kursintegration und den Betrieb aufgewendet werden, fehlen deinem Kerngeschäft.
Fazit und Empfehlung
Für die meisten Unternehmen, die einen Online-Präventionskurs integrieren möchten, ist die Sandbox-Integration die klar überlegene Strategie. Die Vorteile der Trennung überwiegen die Nachteile. Dazu gehören die Reduzierung von Entwicklungs- und Wartungsaufwand, die Vereinfachung der Zertifizierungsprozesse und die Konzentration auf das Kerngeschäft.
Die Vollintegration ist nur sinnvoll, wenn:
- Du über sehr spezifische, einzigartige Anforderungen verfügst, die keine externe Lösung erfüllen kann.
- Du die nötigen Ressourcen, das Budget und das Fachwissen für die Entwicklung, Zertifizierung und den langfristigen Betrieb einer konformen Präventionskursplattform intern besitzt.
- Ein absolut nahtloses Nutzererlebnis im Präventionskurs als kritischer Erfolgsfaktor für dein Geschäftsmodell unerlässlich ist, selbst bei hohen Zusatzkosten.
In den meisten Fällen bietet die Integration einer spezialisierten Online-Präventionskurssoftware über eine "Sandbox"-Lösung den schnellsten, sichersten und kosteneffizientesten Weg, dein Angebot zu erweitern; und so eine Kostenerstattung für deine Nutzer zu sichern.
Empfehlenswert ist es daher in den meisten Fällen, die ersten Schritte mit einer Sandbox-Integration zu gehen und später auf die Vollintegration zu wechseln, wenn es für dein Angebot sinnvoll ist und die Markteinführung deiner Präventionsangebote erfolgreich war.
